08.11.2014 El Draguillo oder…

… die Wichtigkeit von zwei Minuten! Ach, wären wir doch nicht noch einmal auf die Toilette gegangen!

 

Endlich Samstag, endlich können wir zur großen Anagatour aufbrechen. Von Chamorga aus nach Roque Bermejo, weiter zum Faro de Anaga hinauf und dann über den langen Küstenweg vorbei an Las Palmas, El Draguillo und Benijo zur Playa del Roque de las bodegas.

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Das sollte unsere Wanderung sein

 

Das heisst aber auch, sehr früh aufstehen und ab nach Santa Cruz, von dort geht es um 7.30 Uhr weiter nach Chamorga und es ist der einzige frühe Bus. Bevor wir aufbrechen, geht es noch schnell auf die Toilette und verpassen dadurch den Bus, der uns noch rechtzeitig nach Santa Cruz gebracht hätte.

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Was wir nämlich nicht wussten, die Strecke ist an diesem Tag wegen einer Autorallye gesperrt und die Busabfahrt wurde auf 7.oo Uhr vorverlegt. Wir kommen um 7:02 Uhr am Intercambiador an und bis wir am Busbahnsteig stehen, hat der Chamorgabus den Busbahnhof schon verlassen.  Zunächst warten wir geduldig auf den Bus bis ich den Anschlag entdecke und uns wird schnell klar, heute müssen wir umplanen. Wir einigen uns darauf, dass unser eigentliches Ziel zum Startpunkt wird und finden heraus, dass der Bus nach Tagana ebenfalls andere Abfahrtzeiten hat und der nächste um 11.oo Uhr geht. Traurig und ein wenig gefrustet, fahren wir nach La Cuesta zurück, frühstücken erst einmal in aller Ruhe und brechen dann zum zweiten Mal an diesem Tag auf, das Anagagebirge zu erwandern. Die Umleitungsstrecke, die der Bus nehmen muss, versöhnt uns ein wenig mit dem Unbill, denn sie bietet unerwartet spektakuläre Ansichten des Gebirges. Es geht durch Nebelschwaden, enge Straßen und immer wieder abenteuerliche Begegnungen in den Kurven.  Am Cruz del Carmen ist Hochbetrieb mit Wanderern und wir gratulieren uns zu dem Entschluss, am Dienstag nach Chinamada gewandert zu sein. Wir fühlen uns ein wenig japanisch, denn der Auslöser unserer Kamera hat keine ruhige Minute und der Busfahrer seine Freude an uns.

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In Almaciga steigen wir an der Endstation aus und genießen erst einmal auf der Terrasse einer typischen Landesbar die Sonne, die Aussicht und einen leckeren Fruchtsaft bevor wir endlich los wandern.

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Die Strecke nach El Draguillo ist gut beschildert und ein Verlaufen nicht möglich. Zunächst führt ein Serpentinenweg hinunter zur Küstenstraße und dann wieder hinauf nach Benijo und höher und höher bis wir nach ca. 5 km El Draguillo im Hochtal vor uns liegen sehen. Steile Berghänge und tiefe Schluchten begleiten uns auf unserem Weg.

 

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Und etwas anderes sehe ich im Gesicht von Gabriele, Unmut über diesen Weg, der teils aus Schotter, teils aus asphaltierter Straße besteht. Ich hatte ihr im Vorfeld vom der Schilderung über diese Strecke aus dem Fernwanderbuch berichtet, aber anscheinend kam das nicht wirklich bei ihr an. Und dann kommt es noch schlimmer mit den Missverständnissen, Gabriele ist der Meinung, wir laufen einen Rundweg – auch da hatte sie nicht zugehört, denn ich sprach davon, dass wir auf dem gleichen Weg zurück kehren.

Der Weg beschert uns immer wieder tolle Ausblicke auf die Küste, die ich sehr genieße trotz der Unstimmigkeit.

 

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Einzig die Aussicht auf den leckeren Fisch im Restaurante El Mecha lässt uns einigermaßen ausgeglichen den Rückweg bewältigen.

Hat sich denn alles gegen uns an diesem Tag verschworen? Das Restaurante hat geschlossen, wir können heulen vor lauter Pech. Wir haben uns so darauf gefreut, am Meer zu sitzen und Fisch zu essen! Und nun? Einfach so den 16.oo Uhr-Bus nehmen und zurückfahren oder in einem anderen Lokal essen und auf den nächsten Bus gegen 18.oo Uhr warten?

Wir entscheiden uns für das Letztere und ahnen noch nicht, dass uns noch weitere unangenehme Überraschungen bevorstehen. Wir wählen das ehemalige Restaurante Casa Pepe, doch es kann mit der alten Küche nicht mithalten. Es gibt keinen queso blanco mehr, die Bedienung zieht uns buchstäblich gegen 17.00 Uhr den Stuhl unter´m Hintern weg, cafe solo gibt es auch keinen, angeblich wegen Stromprobleme.

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Wir bezahlen, unsere Laune rutscht immer mehr in den Keller, dafür haben wir also den Bus fahren lassen, um jetzt noch eine Stunde warten zu müssen. Nur gut, dass Gabriele´s Smartphone und WhatsApp funktionieren, so ist sie vorläufig abgelenkt. Ich genieße das Wellenspiel und den Sonnenuntergang zumindest solange bis klar wird, der 18.00 Uhr-Bus fällt aus und der allerletzte fährt um 21.30 Uhr – schöne Bescherung und Laune auf Gefrierpunkt.

Ich fasse all meinen Mut zusammen und spreche zwei Deutsche an, die mit dem Auto da sind und sie erklären sich bereit, uns bis Santa Cruz mitzunehmen. Es gibt sie also noch, die edlen Ritter! So endet dieser vertrackte Tag wenigstens mit einem Happy-End.

Es wird  Nacht im Anagagebirge und in Santa Cruz

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