„Silberhochzeit“ oder wie alles begann

Bis ich von neuen Erlebnissen und Begebenheiten berichten kann, dauert es noch einige Zeit. Deshalb möchte ich vom Anfang dieser meiner großen Liebe und Leidenschaft zu Teneriffa erzählen. Meine Freunde verdrehen meist die Augen, wenn ich schmunzelnd erwähne, ich feiere dieses Jahr Silberhochzeit mit Teneriffa.

Es war vor 25 Jahren, als unsere Wahl auf Teneriffa als Urlaubsziel fiel, nicht ahnend, was sich daraus entwickelt.

Wir, zwei befreundete Familien mit insgesamt drei Töchtern im Alter von 13 bis 15 Jahren haben uns in Bajamar ein familienfreundliches ruhiges Hotel direkt am Meer ausgesucht, vor uns der Atlantik, hinter uns das Anagagebirge. Nachts knallte die Brandung an die Felsen und erinnerte uns an den letzten großen Sturm in Deutschland. Tagsüber hüllten die berühmten Passatwolken das Gebirge in grau ein.  Und auch sonst war das Wetter nicht wie erwartet – weit entfernt von „Insel des ewigen Frühlings! “

Bereits beim Transfer vom Südflughafen werden unsere Gesichter lang und immer länger. Alles grau und staubig, kaum Vegetation, der Anblick rechts und links von der Autobahn ist fürchterlich, überall wurde Gestein abgebrochen und abtransportiert, dazu noch die überdimensionalen verrosteten Blechwerbetafeln, die verlassenen Leprastationshäuser und unfertige Kirche, einzig der glitzernde Atlantik ist ein Lichtblick in dem trostlosen Küstenabschnitt. Wo sind wir nur hin geraten? Von Urlaubsidylle keine Spur. Die Krönung bot dann der Anblick des Kohlenkraftwerk bei La Candelaria in Las Caletillas mit den rauchenden Schornsteinen.

Nun sagt nicht, ich würde übertreiben mit der Beschreibung der Landschaft, es ist kein Vergleich mehr zu heute.  Wer Teneriffa schon länger bereist, wird mir zustimmen.

Und dann kommt der Moment, wo der Schalter umswitcht – das Abbiegen auf die Autopista del Norte Richtung La Laguna – damals wie heute – von staubiggrau in sattes Grün und die Laune steigt auf einer Skala von 1 bis 10 in Richtung 8.

Endlich nach ca. zwei Stunden Busfahrt erreichen wir unser Hotel, wir beziehen die Zimmer mit Meerblick und Brandungsgeräuschen, froh am Ziel zu sein.  Endlich Urlaub, Sonne, Meer, Ruhe!

Ruhe? Mitnichten! Entgegen der Aussage des Kataloges wird das familienfreudliche ruhige Hotel in eine Animationsstätte für französische Werksmitarbeiter-Urlaube umgewandelt und in jeder öffentlichen Ecke gezimmert, gehämmert, Kulissen gebaut, Hinweischilder aufgehängt, Theatergruppen üben, Musik schallt laut durch die Gänge. Das kann ja heiter werden!

Wenigstens scheint am Ankunftstag die Sonne in Bajamar und wir erkunden den Ort – nix los, ist ja auch Anfang April – und bestaunen die  Meeresschwimmbecken. Nach dem leckeren ersten Abendessen lassen wir den Anreisetag an der Hotelbar ausklingen, nicht ahnend, dass wir uns damit als „Frischfleisch“ für Time-Sharing-Werber präsentieren und letztendlich auch darauf hereinfallen.

Am ersten Tag hat es nicht wirklich „bumm“ gemacht zwischen der Insel und mir, der magische Moment kam später.

 


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