Das erste Mal

Nun wird es echt Zeit, zu erzählen, wie Teneriffa sich während unseres ersten Urlaubs in mein Herz geschlichen hat und bis heute dort wohnt.

Ihr kennt das ja sicher alle, Hotel mit Halbpension – dazu gehört die Infotafel des Reiseveranstalters samt Betreuung vor Ort, der Cocktail zur Begrüßung und Tourenvorschläge. Für uns war klar, die kanarische Küche im Garagenlokal muss sein, ebenso die Wanderung durchs Anagagebirge für die männlichen Familienoberhäupter, die Fahrt zum Teide und Masca wollen wir auch sehen.

Als erstes stand die kulinarische Tour verbunden mit einer Wanderung mit Ziel Guachinche in Tegueste (glaube ich wenigstens, das es dort war). Es gab kanarischen Eintopf, papas arrugadas con mojo, ensalada, queso blanco y papyas. Das weiß ich noch genau 😉 !

Im Hotel nahm der Theatersaal Gestalt an, die Geräuschkulisse war auch abends noch recht hoch, aber an der Bar beim Absacker war nicht viel davon zu hören. Dafür bekamen wir aber Besuch von netten Damen mit Einladungen zu kostenlosem Transfer nach Puerto de la Cruz und Eintrittskarten für den Loro Parque. Wer kann dazu schon nein sagen, zumal das Wetter inzwischen umgeschlagen hatte und die typischen Wolken das Anagagebirge einhüllten? Das dies die Masche der Time-Sharing-Agenten war, wussten wir nicht, dass es Time-Sharing gab, sowieso nicht und gewarnt hatte uns auch keiner davor. Also in die Falle gedappt, Lehrgeld gezahlt, dreimal genutzt und das war`s.

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Wir haben Werbefahrten mitgemacht und neben dem leckeren Gastgeschenk in Form von Bananenlikör lernten wir von den ReiseleiterInnen nicht nur die touristischen Ziele kennen, sondern uns wurde viel von dem Leben und den Eigenarten auf der Insel vermittelt. Ich bin wie ein Schwamm, wenn mich etwas interessiert und faszinier,t sauge ich das auf, vergesse nicht so schnell und so verliebte ich mich in die Insel mit aller Wucht. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Wir waren in Masca, Durchfahrt Los Silos mit der „Zuckergußkirche“, in Taganana, auf dem Bauernmarkt in Tacoronte, am Teresitastrand, Trödelmarkt in Santa Cruz und am Teide mit der Anfahrt über La Esperanza. La Laguna bei der Karfreitagsprozession,  Puerto de la Cruz auf eigene Faust und ein paar „Spaziergänge“ krönten unseren ersten Urlaub auf der Insel.

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Höhepunkt war der Fußmarsch vom Intercambiador Santa Cruz zum Teresitastrand – warum sagt man den Schwaben den Geiz nach? – Hessen können das auch! – unsere Männer waren wirklich so sparsam mit dem Busgeld und seitdem weiß ich, wie lang die Hafenpromenade ist.

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Oder die Geschichte mit der Abkürzung durch den Barranco von Tejina – es hatte uns in der Guanchinche so gut gefallen, dass wir noch einmal zum Essen hingefahren sind. So weit ist es doch nicht, wir können ja auch zu Fuss gehen.  Und dann kam der Barranco und mein Mann machte seinem Namen alle Ehre ( das Wandern ist des Müller´s Lust – so hieß ich damals) und wir kletterten und kraxelten hinunter und wieder hinauf und waren – si claro – total kaputt als wir ins Hotel ankamen.

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Nach Punta del Hidalgo zu laufen,  war immer schön, so am Meer entlang, die köstlichen Bananen – Fallobst – essen, Wellen, Wind, Meeresrauschen, das war entspannend und dazu der weite Blick über den Atlantik  und das Gebirge als Kontrast dazu.

UND- guck mal da, da gibt es einen Wanderweg nach Chinamada, ist nicht weit – die Wanderung machen wir. An dem Tag, als wir wandern wollten, zog leider – heute sage ich zum Glück – Sturm auf und wir mussten auf halber Höhe umkehren. Unsere Windjacken blähten sich wie Ballons auf , wie zum Abflug bereit als wir um und unter einen Felsvorsprung den Rückweg antraten. Unsere Mädels hatten Todesängste ausgestanden und wir Erwachsenen steckten das Erlebte auch nicht so einfach weg.

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Bajamar0008                                              Bajamar0007 Kirche von Los Silos Steinrose Teneriffa früher0060 Pflanzenwelt0007 Punta del Hildalgo

Wie bereits in  Masca, am Teide so auch hier trafen wir auf Touris mit Flip-Flop, Riemchensandalen und sonstiges fürs Gebirge ungeeignetes Schuhwerk sowie auf Uneinsichtigkeit im Umgang mit den Gefahren.

Inzwischen waren in unserem Hotel die ersten französichen Familien eingetroffen und das Animationsproramm lief zu Hochtouren auf, tagsüber am Pool und abends im Theaterraum und bis Mitternacht in der neu geschaffenen Disco.  Für uns ein Albtraum, für die Mädels super!!!!!!!!!!!!! Nach dem Schlummertrunk an der Bar verzogen sich meine Ehehälfte und die anderen auf die Zimmer und ich spielte den „Wachhund“, damit die Jugend nicht auf abwegige Gedanken und auch ins Bett kam.  Ich glaube,  das war die Geburt meines Dranges nach individueller Urlaubsgestaltung in „eigenen“ vier Wänden. Noch heute, 25 Jahre später, ist es für mich der Inbegriff von Urlaub auf der Insel, wenn ich in meinem Apartment in Los Silos bin mit Blick über die Wohnsiedlung auf das Tenogebirge oder von der Dachterrasse weit übers Meer.

 

 P1030372                          Blick auf Los Silos und das Teno-Gebirge

Blick auf Los Silos und das Teno-Gebirge


2 Gedanken zu “Das erste Mal

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