Wandertag 21.09.2015

Juchhuuuuuu!!!!!

Heute geht es los mit meiner Zwei-Tageswanderung im Anagagebirge und Übernachten in der Jugendherberge „Albergue Montes de Anaga“.  Wenn nur das frühe Aufstehen nicht wäre, uff. Gnadenlos klingt der Wecker um 6:00 Uhr, Kaffee kochen, Katzenwäsche, anziehen, frühstücken, wirklich alles gepackt? Es ist noch dunkel, als ich um 7:00 Uhr das Haus verlasse und die 2 Kilometer hoch nach Los Silos laufe. Unterwegs gabelt mich meine Vermieterin auf und bringt mich mit dem Auto zur Bushaltestelle, was ganz praktisch ist. Denn meine Bonovia hat nicht mehr ausreichend Guthaben bis La Laguna und ich fahre nur bis Icod, kaufe eine neue Karte und nehme den nächsten Bus, der allerdings wirklich jede Bushaltestelle mitnimmt. Aber ich habe bis zur Abfahrt des einzigen Busses nach El Bailadero Zeit satt und genieße den Ausblick auf die erwachende Insel. Nur die Fahrt durch Los Realejos mit der Umleitung durch Straßenbauarbeiten nervt etwas. In La Laguna reicht die Zeit sogar noch zu einem Kaffee und zum Kauf einer Sonnenbrille, da meine beiden alten auf der Hinreise kaputt gingen.

Endlich fährt der Bus ab und ich bin wieder – wie immer – von der tollen Aussicht und dem Mercedeswald geflasht. Nach einer guten Stunde ist das Ziel erreicht und die Enttäuschung im ersten Moment groß. Alles total nebelig, keine Sicht weder nach San Andres noch nach Taganana. Tja, da  muss ich jetzt durch. Rucksack auf, Kamera an, kurzes Filmchen gedreht und auf nach Chamorga.

El Bailadero im Nebel

Vorbei an der Jugendherberge, 12 Km Straße liegen vor mir und frischen Mutes, hoffnungsvoll auf wenig Fußprobleme und dass der Nebel weicht, wandere ich meinem Ziel entgegen. Leider erfüllt sich meine Hoffnung nicht, zumindest was die Füße anbelangt. Nach jedem Kilometer lege ich eine Rast ein, lüfte die Füße, salbe, pflastere, tape, enttape, egal welche Tricks, es wird nicht besser. Im Gegenteil: eine dicke Blase an der Ferse macht mir das Laufen zusätzlich schwer.

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Ab und an wird mein innerer Schweinehund durch vorbei fahrende Autos geweckt, so manches Mal bin ich in Versuchung, mich mitnehmen zu lassen. Und dann kommen mir die syrischen Flüchtlinge in den Sinn, die nicht so gut ausgerüstet sind und mit Kinder, Hab und Gut tausende von Kilometer zu Fuß unterwegs sind. Ja wirklich, solche Gedanken habe ich auf einmal! Ich reiße mich zusammen und marschiere weiter und lüfte die Füße und marschiere weiter…..  Dann verzieht sich der Nebel, die Sonne scheint, die Küste von San Andres und das Gebirge sind zu sehen. während sich die Nordflanke noch immer versteckt. Unterwegs treffe ich eine Wandergruppe, die im Naturschutzgebiet gewandert ist, dann bin ich wieder alleine mit der Straße und dem Baldachin des Zauberwaldes.

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Bei Kilometer 10 liegt rechter Hand der Flecken Las Bodegas, den geplanten Abstecher verkneife ich mir und bleibe auf der, wie mir jetzt scheint, endlosen Straße.  Ganz ehrlich, so war mir der Weg nicht in Erinnerung und ein bisschen Enttäuschung macht sich in mir breit. Als ein Auto herannaht, halte ich es an und werde die letzten 2,5 km bis zum Lokal in Chamorga mitgenommen.

„Una Cerveza, una botella agua minerales natural y una zuma de manga por favor“ meine Bestellung gegen den Durst. Zischhhhhhhhhhhhh! 😉

Nun habe ich noch fast eine Stunde, um Chamorga und die Landschaft auf mich wirken zu lassen. Überall weisen Schilder den Wanderern den Weg, ein El Dorado der Wandertouren. Trotz Schmerzen wäre ich gerne Richtung Bermejo gegangen, leider zieht schon wieder Nebel auf und die Küste von Roque Bermejo ist nur zu ahnen. Bald kommt der Bus und nach kurzer Fahrt hält der freundliche Busfahrer auf meinen Wunsch hin sogar genau vor der Albergue. Wie es mir gefallen hat und weitere Begebenheiten folgt in Teil 2.

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